Zwischen dampfendem Semawer, wackeligen Stühlen und verblassten Erinnerungen bereitet Can wie jeden Tag den Çay zu. Er versucht festzuhalten, was einmal war: das Erbe seines Vaters, den Geruch von Zugehörigkeit, eine Vorstellung von Heimat. Doch heute liegt irgendetwas in der Luft. Die Vergangenheit bleibt nicht still. Die Gegenwart stellt Fragen. Und die Zukunft klopft an – lauter, als Can lieb ist. „Çay -Eine Heimatsgeschichte“ erzählt von Herkunft, Verantwortung und der Suche nach Identität – zwischen dem Wunsch dazuzugehören und dem Mut, sich selbst zu begegnen. Eine kraftvolle Erzählung, eingefangen in den Düften einer türkischen Teestube in Köln.
Auszug aus der Jurybegründung:
Das Ensemble verschränkt Fragen von Migration, Erinnerung und Zugehörigkeit mit dem Bild eines türkischen Teeladens, der zu einem sozialen und zugleich politischen Raum wird – zu einem Ort von Gastfreundschaft, Trauerbewältigung und generationsübergreifender Gemeinschaft.
Das Ensemble verschränkt Fragen von Migration, Erinnerung und Zugehörigkeit mit dem Bild eines türkischen Teeladens, der zu einem sozialen und zugleich politischen Raum wird – zu einem Ort von Gastfreundschaft, Trauerbewältigung und generationsübergreifender Gemeinschaft.
Der verstorbene Vater des Protagonisten Can erscheint dabei als Inbegriff einer selbstverständlichen Gastfreundschaft, die sich im Teeladen eingeschrieben hat, während der Sohn feststellen muss, dass nicht nur familiäre Beziehungen, sondern auch Orte von Zugehörigkeit verschwinden. Der geschlossene Teeladen wird zum Symbol einer verlorenen Heimat – oder vielleicht einer Heimat, die nie wirklich festzuhalten war. Die Inszenierung eröffnet daraus Fragen nach Herkunft, familiärer Prägung und dem Weiterleben von Erinnerung, ohne diese psychologisch auszuerzählen, sondern vielmehr fragmenthaft anzureißen.
Durch direkte Publikumsinteraktion und Verweise auf die eigene Theatralität entsteht ein atmosphärisch dichter Erinnerungsraum, der sich zwischen Gegenwart und dem Wunsch, vergangenen Gefühlen nachzuspüren, bewegt und der immer wieder zwischen Nähe und Irritation kippt. Gemeinschaft erscheint hier nicht als harmonischer Zustand, sondern als fragile soziale Praxis, der man sich wie Cans Vater immer wieder neu widmen muss.
Dabei werden die Themen nicht nur narrativ verhandelt, sondern durch das spielfreudige Ensemble unmittelbar erfahrbar gemacht: mit Musik, Tanz, Spielen, Kichererbsen-Snacks, einem Stromausfall mit – natürlich – Plastikkerzen und selbstverständlich einem Glas Çay für jede*n.
c.t.201 ist ein freies Theater aus Köln. Wir entwickeln nahbare Theaterarbeiten für junges Publikum – emotional, politisch und aus einer Haltung heraus, die die Realität junger Menschen ernst nimmt. Im Zentrum stehen Perspektiven, die in dominierenden Diskursen oft fehlen – queere, migrantische, feministische Stimmen. Unsere Arbeiten verbinden dokumentarische Recherche mit poetischer Zuspitzung und kollektive Prozesse mit ästhetischer Präzision. Unsere Themen sind kein Anlass – sie sind Ausgangspunkt.
Weitere Infos auch auf der Homepage des Spielortes Theater in der Meerwiese
Fachgespräch
Freitag, 5. Juni 2026,12:45 Uhr im Theater Münster, Probebühne 1
Sensorische Reize und Effekte:
Stroboskop, pulsierendes, buntes Licht, laute Sequenzen, immersives Spiel, Ansprechen von Personen im Publikum, heißer Tee, Kichererbsen
Informationen Interaktion:
Die Spieler*innen interagieren mit dem Publikum. Dem Publikum werden Snacks unnd Tee angeboten.
Content Notes:
Es werden Themen behandelt wie Verlust, Trauer, Familie, Heimat und Identität; außerdem gibt es eine albtraumhafte Szene mit rechtsextremer Symbolik und stilisierter Gewalt.
Information Zugänglichkeit (u.a. DGS, barrierefrei):
Das Begegnungszentrum Meerwiese hat einen barrierefreien Zugang zur Spielstätte, sowie eine barrierefreie Bushaltestelle und Parkplätze. Außerdem gibt es ein barrierearmes WC. Der Theaterraum verfügt über eine Induktionsschleife.
Termine
Zugang
öffentlich | +12
Spielort
Theater in der Meerwiese
Dauer
60 Minuten
Theater
c.t. 201, Köln
www.ct201.de
Produktion
c.t. 201, Köln
In Kooperation mit COMEDIA Theater, Köln
Regie: Sefa Küskü
Mit: Arzu Coruh, Janine D ´Aragona, Felix Zimmermann, Asim Odobašić
Regieassistenz: Iris Schweitzer, Gareth Charles
Ausstattung: Manuel Moser, Sefa Küskü
Technik: Aaron Kröger
Produktionsleitung: Iris Schweitzer
Aufführungsrechte: Beim Theater
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und durch das Kulturamt der Stadt Köln






